31.10.2018

Reportage: Eschweiler – Stadt im Wandel


Eschweiler wächst, die Mieten steigen. Die Mittelstadt im Einzugsgebiet von Aachen und Köln bekommt die verstärkte Wohnraumnachfrage aus den umliegenden Großstädten zu spüren. Vor allem Menschen mit geringem Einkommen sind betroffen, daher besteht also ein hoher Bedarf an günstigen Wohnungen. Bürgermeister Rudi Bertram: "Hinzu kommt, dass fast die Hälfte des geförderten Wohnungsbestands bis 2030, konkret sind das 960 Wohneinheiten, aus der Preisbindung fallen."

Viele Kooperationen


Franz Meiers, Geschäftsführer von NRW.URBAN, ergänzt: "Eschweiler befindet sich in einem permanenten Strukturwandel. Kooperationen mit NRW.URBAN gibt es deshalb schon seit über 25 Jahren. Wir haben die Stadt bereits früher beim Wohnungsbau oder bei der Gewerbeflächenentwicklung unterstützt, wir arbeiten mit regionalem Bezug an einer Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des ‚Industriedrehkreuzes Weisweiler‘, und wir sind aktuell in Eschweiler im Rahmen des Flächenpool NRW und der Kooperativen Baulandentwicklung tätig."

Mit Blick auf den bevorstehenden Einschnitt durch das Ende des Tagebaues Inden und durch die Schließung des Braunkohle-Kraftwerks Weisweiler sei es besonders wichtig, sich breit aufzustellen. Neue Perspektiven für Gewerbe, neue Industrieansiedlungen, neue Flächen für den sozialen Wohnungsbau ebenso wie für das bezahlbare Einfamilienhaussegment – hier hilft NRW.URBAN als Prozessmoderator oder auch als Entwicklungsgesellschaft auf Zeit.

Potenziale für den Flächenpool NRW


Der Erste und Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde, weiß diese Unterstützung zu schätzen: "Eschweiler hat sich mit insgesamt sechs Arealen für den Flächenpool beworben. Es ging uns vor allem darum, einen neutralen Dritten mit ins Boot zu holen, um den ein oder anderen Knoten durchzuschlagen. Zudem fehlen uns für die zahlreichen Projekte leider die personellen Kapazitäten." Zum einen ist oder war die Kommunikation mit verschiedenen Eigentümern ins Stocken geraten, zum anderen ist bei einigen Projekten nicht klar, ob sie sich eher für Wohnen oder für Gewerbeansiedlungen eignen.

Viele Projekte für neuen Wohnraum


Hermann Gödde führt weiter aus: "Wir haben viele Projekte in Eschweiler angestoßen, um neuen Wohnraum zu schaffen – vor allem im innerstädtischen Bereich zum Beispiel durch die Umwidmung nicht mehr genutzter Sportplätze oder Brachflächen aus altindustrieller Nutzung. Wir wollen jüngere Menschen in Eschweiler halten. Deshalb ist uns die Fläche in Eschweiler-Hücheln auch so wichtig." Diese Fläche wird im Rahmen der Kooperativen Baulandentwicklung entwickelt. Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, und Bürgermeister Rudi Bertram haben im Juli 2018 eine Zielvereinbarung unterzeichnet, dass hier auch mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen gebaut werden.

Das 3,9 Hektar große Gelände – unter anderem im Eigentum der katholischen Kirche – in bester Lage wird bislang noch landwirtschaftlich genutzt. Es grenzt an ein bestehendes Wohngebiet und ist bestens an den Straßen-, Bus- und regionalen Bahnverkehr angeschlossen. Hier sollen jetzt bezahlbare Geschosswohnungen im Mix mit familienfreundlichen Einfamilienhäusern entstehen. Für die Umsetzung des Projekts stellt NRW.URBAN Fachpersonal und über einen Kredit der NRW.BANK finanzielle Mittel zur Verfügung. Franz Meiers: "Als Entwicklungsgesellschaft auf Zeit werden wir 2,6 Millionen Euro in die Entwicklung des Wohngebiets investieren."

Die vollständige Journal-Reportage können Sie hier nachlesen. Bestellen Sie diese oder andere bisher erschienenen Ausgaben hier.


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