Aachen

Standortcheck Wohnen: ehemaliger Güterbahnhof Moltkestraße


Im Rahmen des „Standortcheck Wohnen“ wurde in der Stadt Aachen der heute gewerblich genutzte ehemalige „Güterbahnhof Moltkestraße“ in Aachen-Mitte untersucht. Aufgrund der direkten Nachbarschaft zum gründerzeitlichen "Frankenberger Viertel" möchte die Stadt Aachen das rund 2,3 Hektar große Areal mittelfristig als Wohnstandort weiterentwickeln. Gegenstand der Untersuchung von NRW.URBAN war die Eignungsprüfung der Fläche für eine Wohnnutzung sowie die Erstellung einer überschlägigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

Hintergrund


Die Stadt Aachen ist mit ihren ca. 254.000 Einwohnern die westlichste deutsche Großstadt. Die Einwohnerzahl sowie die Zahl der Studierenden stiegen in den letzten Jahren stetig an, erwartungsgemäß wird dieser Trend in den kommenden Jahren weiter anhalten. Weiter zugespitzt hat sich die Wohnungsmarktsituation zudem durch den Wohnraumbedarf für Geflüchtete.

Die hohe Nachfrage besteht sowohl im Segment Mietwohnungsbau, als auch im Eigentumsmarkt. Der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen ist insbesondere in der Innenstadt Aachens sehr hoch. Durch die beengte Lage im Talkessel gibt es einen Mangel an potentiellen Bauflächen im Innenstadtbereich, deshalb nimmt die Stadt Aachen derzeit auch untergenutzte, innerstädtisch gelegene Flächen bei der Wohnraumentwicklung ins Visier.

Leistungen von NRW.URBAN


  • Untersuchung der städtebaulichen Einbindung
  • Untersuchung der Nutzungsmischung in der Umgebung (Wohnen, Einzelhandel, Kleingewerbe, Gastronomie, Schulen, Kitas, Infrastruktur) 
  • Überprüfung der sozialen Infrastruktur und Nahversorgung
  • Prüfung der ökologischen Gegebenheiten
  • Klärung der Ausgangssituation im Bereich Planungsrecht
  • Überprüfung von möglichen Restriktionen zum Plangebiet (Emissionen, Altlasten, Bodenverhältnisse, Belastungen) 
  • Erstellung einer überschlägigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
  • Erstellung eines städtebaulichen Grobkonzeptes inkl. Handlungsempfehlungen

Handlungsempfehlungen


Im Rahmen der Analyse stellten die Stadtplaner von NRW.URBAN fest, dass sich auf dem Areal des ehemaligen Moltkebahnhofes ein attraktives, innenstadtnahes und sehr gut angebundenes Wohnquartier entwickeln lässt, welches die Wohnansprüche von unterschiedlichen Nutzergruppen erfüllen kann. Empfohlen wurde dabei eine Kombination von Wohnen und Arbeiten unter einem Dach, wobei sowohl (Studenten-)Wohnungen, als auch Gewerbe- oder Büroflächen vorgesehen werden sollten. Möglich wäre zudem die Integration einer Kindertageseinrichtung im neu entstehenden Stadtquartier. Eine sinnvolle und erforderliche Verbesserung des öffentlichen Raumes durch neue Wegeverbindungen und Grünzüge würde auch angrenzende Quartiere nachhaltig aufwerten.

Historie


Beim „Moltkebahnhof“ handelt es sich um einen Teil des ehemaligen Güterbahnhofs Moltke, welcher Anfang der 1890er Jahre fertiggestellt und 1895 in Betrieb genommen wurde. Ziel war das steigende Güterverkehrsaufkommen Ende des 19. Jahrhunderts zu bewältigen. Ende der 1980er Jahre verlor die Moltkebahn den Bahnhofsstatus und wurde Mitte der 1990er Jahre aufgrund des sinkenden Güterverkehrsaufkommens geschlossen. Seitdem wird der Standort mit den verbliebenen Bauten ausschließlich gewerblich genutzt.

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