Mönchengladbach

Konversion, Ingenieurdienstleistungen und Projektmanagement, JHQ


Ein Projektteam mit Vertretern von Bezirksregierung, BLB und NRW.URBAN hat auf dem Gelände des ehemaligen Joint Headquarters (JHQ) im Mönchengladbacher Ortsteil Rheindahlen eine Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Die ersten Asylsuchenden zogen im Dezember 2015 ein. Das JHQ hatten die Briten bereits knapp zwei Jahre zuvor verlassen. Damit standen nicht nur die Gebäude einige Zeit leer. Versorgungseinheiten wie das militäreigene Heizkraftwerk und das Klärwerk hatten die Briten abgebaut. Leitungen lagen brach. Die Vorbereitungen, um in den Gebäuden in Mönchengladbach Menschen unterbringen zu können, dauerten fast ein Jahr. Während des Bauprozesses änderten sich durch die sich rasant zuspitzende Flüchtlingssituation in Deutschland fast täglich die Rahmenbedingungen. Abschluss aller Baumaßnahmen ist für Ende 2017 projektiert.

Historie


In Westdeutschland gab es gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zwei Hauptquartiere der britischen Streitkräfte. Eines davon befand sich in Bad Oeynhausen in Nordrhein-Westfalen, das andere im niedersächsischen Bad Eilsen. Angesichts des sich verschärfenden kalten Krieges zwischen Ost und West gab es ab 1950 Pläne zur Gründung eines neuen Standorts in der britischen Besatzungszone. Mönchengladbach – westlich des Rheins, der die Hauptverteidigungslinie im Kriegsfall sein sollte, gelegen – bot einen großen strategischen Vorteil. Außerdem bot das Areal in Rheindahlen viel Platz für die Entwicklung eines umfangreichen Hauptquartiers mit ausreichend Wohnraum und eigener Infrastruktur. So entstanden 2.000 Gebäude, davon circa 1.400 Wohnungen, ein Wasserwerk, ein Einkaufszentrum, zahlreichen Sporteinrichtungen, Schulen, Kindergärten und Werkstätten. Ein eigenes Heizkraftwerk, ein Wasserwerk und umfangreiche unterirdische technische Infrastruktur machten das Hauptquartier zu einer autarken „Stadt in der Stadt“. Mit dem Mauerfall 1989 und dem Ende des kalten Kriegs verlor das JHQ an Bedeutung. Von über 80.000 britischen Soldaten blieben nur noch 22.500 in Deutschland. Zusammen mit Familienangehörigen waren es 49.000. Im Jahre 2007 teilte das britische Verteidigungsministerium die Aufgabe des JHQ bis 2014 mit. NRW.URBAN begleitet seitdem den Konversionsprozess in Mönchengladbach.

Ingenieurdienstleistungen von NRW.URBAN


Seit Anfang 2015 überlässt die BImA ihre Bundesliegenschaften mietzinsfrei Ländern oder Gemeinden, wenn es der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbegehrenden dient. Grundlage dafür ist ein Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags vom November 2014. Das Ingenieurteam von NRW.URBAN ist in zahlreiche Projekte zur Reaktivierung von brachgefallenen Grundstücken und Gebäuden – unter anderem auf ehemaligen militärischen Liegenschaften – eingebunden. Aktuell betrifft das insgesamt rund 10.000 Plätze für die Erst- und Notunterbringung von Flüchtlingen. Seit Anfang 2015 ist NRW.URBAN an sechs Standorten in Nordrhein-Westfalen im Auftrag des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW (BLB NRW) sowie der zuständigen Bezirksregierungen aktiv.

Ihr Ansprechpartner


Hartmut Möller
Infrastruktur- und Umweltplanung
Schanzenstraße 131
40549 Düsseldorf
Tel.: 0211 54238.417
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