12.11.2019

Geilenkirchen: Neustart Industriegebiet Lindern als FUTURE SITE InWEST in Sicht


Nach einer einjährigen Untersuchungs- und Planungsphase unter Koordination von NRW.URBAN und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) übergab eine Delegation aus dem Kreis Heinsberg unter Führung von Landrat Pusch den Abschlussbericht zur Zukunft der LEP VI - Fläche Geilenkirchen-Lindern an Staatssekretär Dammermann, Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Ergebnis: Gute Aussichten für die Entwicklung und Vermarktung einer der größten Industrieflächenreserven des Landes NRW durch Fördermittel für das Rheinische Revier.

Schulterschluss Kommunen und Land: neue Szenarien für die Entwicklung


Mehr als zwei Jahrzehnte war es still um eine der größten strategischen Entwicklungsflächen Nordrhein-Westfalens – der sogenannten LEP VI-Fläche in Geilenkirchen-Lindern. Doch jetzt kommt Bewegung in die Entwicklung des 240 Hektar großen Gebietes zwischen Lindern, Randerath und Brachelen, das im Landesentwicklungsplan NRW für landesbedeutsame und besonders zukunftsorientierte gewerblich-industrielle Großvorhaben vorgesehen ist. Grundlage dafür ist eine neue Untersuchung, mit der das Ministerium für Wirtschaft, Innovation Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen(MWIDE) die Landesgesellschaft NRW.URBAN im Frühjahr 2018 beauftragt hat. In einem rund einjährigen Prozess, der auf regionaler Ebene von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) organisiert und unter maßgeblicher Beteiligung des Kreises Heinsberg und der drei unmittelbar tangierten Städte Geilenkirchen, Hückelhoven und Heinsberg sowie weiterer Fachexperten durchgeführt wurde, entstanden dabei Szenarien für die Entwicklung und künftige Vermarktung des riesigen Areals.

Abschlussbericht zeigt neue Möglichkeiten auf


Die Untersuchungsergebnisse – zusammengefasst in einem fast 90 Seiten starken Abschlussbericht, übergaben nun Landrat Stephan Pusch sowie die Bürgermeister Georg Schmitz (Geilenkirchen), Bernd Jansen (Hückelhoven) und Wolfgang Dieder (Heinsberg), begleitet von NRW.URBAN-Geschäftsführer Franz Meiers und vom Geschäftsführer der WFG Ulrich Schirowski in Düsseldorf an Staatssekretär Christoph Dammermann (Foto: Copyright MWIDE NRW/M. Sassenscheidt). Mit dabei waren auch die Landtagsabgeordneten Bernd Krückel, Thomas Schnelle (CDU) und Stefan Lenzen (FDP). Staatssekretär Christoph Dammermann: "Die gemeinsame Initiative zur Entwicklung einer landespolitisch bedeutenden Flächenreserve im Rheinischen Revier kommt genau zur rechten Zeit. Das Gebiet liegt auch durch die Nähe zu den Innovationszentren in Aachen und Jülich in strategisch günstiger Lage. Hier können in den nächsten Jahren attraktive Flächen für die Ansiedlung zukunftsorientierter Unternehmen entstehen. Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Schaffung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen geleistet. Die Landesregierung wird sich dafür einsetzen, dass die Entwicklung des Standorts vorangetrieben wird. Die Vorlage des Abschlussberichts ist ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung des interkommunalen Projekts, das wir auch weiterhin konstruktiv begleiten werden.“ Die interkommunale Aufstellung zu diesem Thema und die Kooperation mit dem Land, betonte Landrat Stephan Pusch, seien ihm dabei besonders wichtig. Die intensive Arbeit der letzten Monate, an der mehr als 30 Fachleute aus dem kommunalen Verwaltungen, von NRW.URBAN, der WFG, sowie weitere externe Experten beteiligt waren, hätte gezeigt, wie stringent man auf den unterschiedlichen Ebenen zusammenarbeiten kann, wenn man ein klar definiertes Ziel verfolgt.

Schwerpunkte der Untersuchungen


  • Regional- und Bauleitplanung
  • Erschließung, Infrastruktur und Umwelt
  • Kosten und Finanzierung / Trägermodell / Grunderwerb
  • Profilierung und Vermarktung

Neuer Name: FUTURE SITE InWEST


Zur Etablierung des Standortes am Markt und mit Blick auf die internationale Ausrichtung soll der aus der Verwaltungsbezeichnung stammende sperrige Begriff der LEP VI Fläche Geilenkirchen-Lindern durch eine prägnante und international verwendbare Marke ersetzt werden: FUTURE SITE InWEST. Die Fläche soll schließlich national und vor allem auch international positioniert werden. 

Stufenkonzept als Planungsgrundlage


Als gemeinsame Planungsgrundlage ist ein Grobkonzept zur stufenweisen Entwicklung der Fläche entstanden, das die Anordnung von zunächst drei Entwicklungsbereichen vorsieht, die jeweils eine Fläche von rund 50 Hektar umfassen. Eine Vergrößerung dieser Bereiche ist zudem über drei Erweiterungsflächen möglich. Die Entwicklung des Industriegebiets ist dabei in 2 Planungsabschnitten angedacht.

  • Der erste Planungsabschnitt umfasst die Bauabschnitte 1 und 2 mit insgesamt 100 Hektar Industrieflächen und löst einen Bedarf von rund 35 Hektar Kompensationsflächen für landschaftspflegerischen Ausgleich aus. Er kann im Prinzip umgehend angegangen werden, denn bereits seit 1992 wurden insgesamt rund 142 Hektar Flächen von NRW.URBAN im Treuhandauftrag des Landes und von der Stadt Geilenkirchen im Plangebiet erworben.
  • Mit dem zweiten Planungsabschnitt sollen dann auch der 3. Bauabschnitt sowie die potentiellen Erweiterungsflächen entwickelt werden. Zur späteren Umsetzung des zweiten Planungsabschnitts ist der Erwerb von weiteren rund 127 Hektar notwendig.

Auf Basis des Stufenkonzepts wurden Annahmen zur notwendigen technischen Infrastruktur, zur Ver- und Entsorgung und zu den umfassenden Maßnahmen der inneren und äußeren verkehrsinfrastrukturellen Erschließung getroffen – einschließlich eines Anschlusses an die nahegelegene Hauptstrecke der Deutschen Bahn und eines Güterbahnhofs auf dem Areal, was ein besonderes Alleinstellungsmerkmal in der späteren Vermarktung sein wird.

Rentierlichkeit wurde untersucht


Für alle Annahmen und Planungen wurden erste grobe Schätzungen zu Kosten und Erlösen getroffen und zur Ermittlung der Rentierlichkeit des Gesamtprojekts in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung kalkuliert. Die Gesamtausgaben der geplanten Maßnahmen belaufen sich auf der Grundlage dieser groben Schätzungen derzeit auf knapp 97 Millionen Euro. Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts- und Digitalministerium des Landes Nordrhein-Westfalen Angesichts dieser absehbaren Größenordnung hat die Delegation aus dem Kreis Heinsberg die Übergabe des Berichtes mit einem Appell an das Ministerium verbunden. Landrat Stephan Pusch: "Diese Ausgaben können nur zum Teil durch die Einnahmen aus den erwartbaren Grundstücksverkäufen gedeckt werden. Insofern wird die Bereitstellung geeigneter Fördermittel eine zentrale Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens sein. Zugleich könnte aber die FUTURE SITE InWEST ein wichtiger Faktor bei dem sein, was die Region in den kommenden Jahrzehnten zu bewältigen hat: den tiefgreifenden Strukturwandel im Rheinischen Revier."

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg.

 


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