Industriedrehkreuz Weisweiler – Inden – Stolberg

Neue Perspektiven finden


Um 2030 wird der Tagebau Inden vollständig ausgekohlt sein. Damit einhergehend endet die Braunkohleförderung, wodurch das Kraftwerk Weisweiler seine Nutzung in der jetzigen Form aufgeben wird. Dieser absehbare Teil des Strukturwandels erfordert frühzeitiges Handeln, um den Verlust von Industriearbeitsplätzen zu kompensieren und frühzeitig Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Hierbei stehen die potentiellen Gewerbe- und Industrieflächen im Umfeld des Kraftwerks im Fokus einer vorzunehmenden qualifizierten Entwicklung, unter besonderer Berücksichtigung möglicher Synergien durch die Entwicklung von Flächenpotentialen im Umfeld des Stolberger Hauptbahnhofs. 

Im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW erarbeitete NRW.URBAN in den Jahren 2017 und 2018 eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des "Industriedrehkreuzes Weisweiler – Inden – Stolberg" mit dem Ziel, Per-spektiven für die Zeit nach der Braunkohleverstromung in Weisweiler zu entwickeln. Als erster Baustein einer Neustrukturierung wurde das Folgenutzungskonzept von allen Beteiligten im Konsens entwickelt und mitgetragen.

Ziele des Folgenutzungskonzeptes


  • Entwicklung von signifikanten Standortprofilen
  • Definition von künftigen Nutzungsoptionen
  • Darstellung von Synergien für die gesamte Region
  • Schaffung von Flächen für möglichst viele neue industriell-gewerbliche Arbeitsplätze 
  • Sinnvolle Weiterentwicklung einer nachhaltigen Strukturpolitik in den betroffenen Kommunen und der Region

Der Ablauf


Die Machbarkeitsstudie, an dessen Ende der Masterplan stand, wurde im Rahmen eines mehrstufigen Arbeitsprozesses entwickelt. Den Kern der vorliegenden Machbarkeitsstudie bildete ein dreistufiges Werkstattverfahren mit dem Ziel, fortwährend einen breit angelegten Diskussions- und Kooperationsprozess mit den maßgeblichen Akteuren in der Region und Flächeneigentümern zu gewährleisten. Die Werkstätten wurden jeweils mit externen Fachvorträgen angereichert.

  • In Phase 1 der Studie wurden Zielvorstellungen und Erwartungshaltungen aus der Region durch Interviews mit Schlüsselakteuren gesammelt. Die Ergebnisse dieser Interviews wurden im Rahmen der ersten Werkstatt erörtert und intensiv diskutiert. Sie bilden die Basis für die Entwicklung erster Nutzungsszenarien.
  • In der zweiten Phase wurden alle planungs- und entwicklungsrelevanten Daten mittels einer umfangreichen Bestandserhebung erfasst und analysiert. Es erfolgte die Analyse von Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken für die verschiedenen Bereiche sowie für möglicherweise schneller entwickelbare Teilflächen. Angereichert wurden die Analysen durch Experteninputs und zusätzliche gutachterliche Untersuchungen, beispielsweise Marktanalysen. Auf dieser Basis wurden in der zweiten Werkstatt die Eckpunkte für ein erstes Nutzungskonzept festgelegt. Im an-schließenden Arbeitsprozess wurden alternative Nutzungs- und Entwicklungsszenarien für die beiden Standorte auf Basis der bereits vorliegenden und im Vorfeld erarbeiteten Ergebnisse und Erkenntnisse erarbeitet.
  • In der Phase 3 wurden je Standort bis zu drei alternative Nutzungs- und Strukturgrobkonzepte erstellt und in der Werkstatt 3 präsentiert. Gemeinsam wurden die Eckpunkte eines Nutzungs- und Strukturkonzeptes als Leitlinie der weiteren Standortentwicklung definiert. Der Masterplan zeigt dabei nicht nur die städtebauliche Entwicklung, sondern stellt anfallende Kosten, generierbare Erlöse sowie eine zeitliche Abfolge aller notwen-digen Schritte auf. Er dient somit als Handlungsleitfaden und „Drehbuch“ künftiger Entwicklungen im Westen des Rheinischen Reviers, rund um Eschweiler, Stolberg und Inden. 

Leistungen von NRW.URBAN


  • Durchführung und Auswertung von Stakeholder-Interviews
  • Organisation und Moderation der Werkstattverfahren
  • Analyse der Experteninputs
  • SWOT-Analyse
  • Durchführung von Marktanalysen
  • Steuerung externer Gutachter
  • Erstellung des Masterplans inkl. Einschätzung der Kosten, der generierbaren Erlöse Zeit-Maßnahmen-Planung

Ihr Ansprechpartner


Thomas Fischer-Reinbach
Projektmanagement
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